Loslassen

Mir hat damals dieses rauchjunge Treffen gefallen,
eine Beziehung, die lange hielt,
zur Ehe führte.

Zwei Herzen anonym geblieben
sich,
einander
unser bathroom.

Das Bad der Aphrodite,
täglich
unschuldig,
ja, so waren wir,
und nächtlich sowieso.

Und keine Schwangerschaft,
bloß nicht
Kinder!
Zu verhüten.

Mein Lieblingskind,
sagte ich immer
zu dir.

Ich am Verkehrsruder,
du am Bug,
hat Spaß gemacht.

Keine Liebe
von mir,
aber von dir.

Tut mir leid
nachträglich,
die Heuchelei.

Verliebt war ich schon am Anfang,
und wie!
Für ein halbes Jahr,
sagtest du mir,
spärlich.

Ein böses Erwachen
für mich,
dass du es so wahrnimmst,
meine Liebe.

Was nicht stimmte,
ich liebte dich immer,
bis heute,
du warst mein Ein und Alles.

Jetzt bist du tot,
und das Gewimmer nimmt seinen Lauf
in meinem Herzen,
kommt alles hoch,
was ich erlebte mit dir,
schönen Stunden zu zweit.

Wir kampelten uns unter der Decke,
und dann „stach“ ich zu,
du breit
unter mir.

Endlich die Mühe gegeben,
die es braucht,
um ein Gedicht zu schreiben,
die es würdig macht,
euer Leben
zu zweit.

Der Verkaufszwang
deiner Seele
fand nicht statt.

Du liebtest sie wirklich
auf Abstand,
wie sich das gehört
für eine große Seele,
die sie hatte
unweigerlich.

Alleine palavern
gefällt mir nicht,
ich brauche einen Partner, Ehe.

Ehepartner,
da kam mir diese Frau zurecht,
ich war ihr nicht zuwider,
die Schultern breit,
ein hübsches Gesicht
und Geld in der Tasche
immer,
was will sie mehr?

أعجبها جسمك ,
nicht mehr –
die Liebe war Heuchelei,
stelle ich jetzt fest
im Nachhinein.

Bedauerlich
zuzusehen,
aber es war so.

Das Glück scheint im Geld zu liegen,
nicht zufällig reich warst du,
als ihr euch kennenlerntet,
aber Geld hattest du immer
durch deine Dolmetscherei.

Und später, Verlage
kamen hinzu,
ein schönes Leben
insgesamt
sorgenfrei,
nicht wahr?

Was kann es Schöneres geben,
als Geschenke mitzubringen
von deinen Dolmetschereinsätzen.

Seifen, Parfüme und mehr
für sie,
sie nahm es dankbar an,
sehr.

Das war schön für sie,
und einmal auch Klamotten,
Kleider und Röcke
und ein Anzug aus Warschau,
ein komplettes Kostüm
in beigen Farben.

Das war schön,
sie freute sich sehr,
als du zurückkamst,
immer fertig
mit den Nerven
vom Job,
vom Arbeiten.

Schön, rassig schön
war sie,
blondes Haar,
gerade Nase,
große Augen
und ein Himmelblau
darin.

Und ein Knauf, ein kleiner Knauf
auf der Nasenspitze?
Ich sah ihn nicht,
sie litt darunter
und war eitel.

Mein Vater mochte sie sehr,
er liebte ihre großen Augen,
das war das Erste, was er mir sagte,
als er sie zum ersten Mal sah,
und lief davon
erschrocken.

Ja, das war männlich total,
ein schönes Weib kann abstoßen
positiv.

Persönlich sah er sie nicht mehr,
wir wechselten die Stadt
zum Studium.

B. hieß er,
er stammte aus Schwerin
und starb jetzt mit 91 Jahren
an seinem Geburtstag.

Das wühlte alles auf
in mir,
was vergangen war,
auch diese Mär
von meiner Ehe,
die nicht schön war.

Ich wäre lieber einsam geblieben,
ein Schriftsteller, nicht wahr,
steckt in mir?

So ist mir das Glück geblieben
zu dichten
wenigstens.

Eisern
festhalten
das Leben.

Metalle
im Herzen
und dabei Liebe?

Schwer
vorzustellen,
schwerlich.

أعجبها جسمك , arabisch: dein Körper gefiel ihr

© Johannes Lichteruh, 2023

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