Auch Hollywood sitzt im Gras,
die ersten Naturstunden sind die schönsten,
Heroin
über die Grenzen von Mexiko,
fentanylgestreckt
in die USA importiert.
Ohne Datenschutz
die Täter sind bekannt,
das Medellín-Kartell.
Und was davon übrig blieb
in andere Staaten hinein,
ist viel,
die Namen verschwinden,
die Namen kommen und gehen.
Aber wie kommt man ran
ohne Waffen,
wie löscht man es aus?
Die Große Mauer
kartografisch verfehlt,
sie steht nicht in China,
aber in den Köpfen
der Washingtoner Administration.
Wenn nur der Bedarf nicht wär,
die Konsumenten!
Sie sitzen die Zeit auf den Partys aus,
bis der Stoff geliefert wird
frei Haus
zu horrenden Preisen.
Das Geld spielt keine Rolle,
wir brauchen die weiße Linie,
wir rauchen sie auch notdürftig
notfalls.
Aber die Spritzen,
die Kanülen,
wir kaufen sie
in sauberes Papier
gewickelt.
Wir reißen die Tütchen auf
und spritzen uns auch
den Arm voller Stiche
oder unter die Zunge.
Hauptsache, es kommt der Rausch
zustande,
der goldene,
der uns vergessen lässt
die Welt.
Denn darauf kommt es an,
frei und beschwingt sein
am Abend unter Gästen,
es geht darum, die Freude zu erhalten,
die leichte Beweglichkeit,
die Freundlichkeit, alles wird gut
(nichts wird besser).
Der Joint auch zum Relaxen,
nach der Schule,
ein schwerer Arbeitstag,
oder einfach irgendwo in einer Mauerecke
on the street.
Besser wär im Restaurant,
offen und herzlich
wie in Holland,
dem Land, wo die Mohnblumen blühen.
Wir leben so von der Hand in den Mund,
es geht uns so schlecht,
so elend.
Das Unbehagen in der Kultur
nimmt zu,
nicht nur die Selbstmordrate
unter den Älteren, Jüngeren,
auch die Depressionen.
Ein Schwur in den Arm,
ein Kuss auf den Mund,
und ab in den Keller.
Untergetaucht,
wir verbarrikadieren uns unter der Erde,
die Welt ist Scheiße.
Wenn das einmal durchbricht, dieses Gefühl,
gibt es Krieg,
jeder läuft Amok,
jeder hat ein Motiv,
zu töten
und sich zu rächen
an Menschen, die man nicht vergisst,
weil sie einen beleidigt haben
abgrundtief.
Millionen liegen noch auf Eis,
ich meine, die Kühlsysteme funktionieren noch,
die Menschen denken nach
zu ihren Gunsten.
Menschenrechte verloren,
schütter,
bitter die Realität zu sehen,
wie sie verloren gingen,
laufende Meter
peu à peu
immer weiter
nach unten
fielen.
Kennen den Nostradamus-Kontext
und sagen Ja zur Wissenschaft
die Menschen.
Schüchtern abseits,
das ist nicht unsere Art,
so soll es immer sein.
Schön, dass du die Art erkannt hast,
Axel,
stupst das Helfersyndrom
an,
nicht wahr?
Der Länge, der Breite nach,
der Rausch auch in der Politik,
wir wollen gut sein
und nur das Beste machen.
Aber es gelingt nicht,
es sind zu viele Menschen unterwegs,
die Interessen
stoßen aufeinander,
Kompromisse unentwegt.
Die Überbevölkerung steht uns im Weg,
macht uns unsicher
in unseren Entscheidungen,
wie kann man Hunger vermeiden,
wie Armut?
Wir wissen es nicht
und leiden
und beißen in den Hamburger
geschwind,
es brennt uns nicht mehr auf den Nägeln.
Problem gelöst, Problem gelöst,
sagen wir,
aber die Lösung ist himmelweit entfernt,
und fällt uns regelmäßig auf die Füße,
dass es sie nicht gibt
in unserem Leben.
Wir verschieben sie auf den Tod,
ja, das war gewesen,
als ich noch lebte.
Aber jetzt bin ich tot
und nicht mehr verantwortlich
gewesen,
als ich noch lebte,
sagte sich die Grabestür
und schlug knarrend zu,
quietschend
zwischen unseren Gebeinen.
Tagebuch
in Versform
rhythmisiert.
Das Image-Glas,
durch das du schaust,
das Selbstbild
ist richtig.
Achte darauf,
denn das ist wichtig,
dass du die Wahrheit sagst,
die Wahrheit suchst
in deinem Leben
verwegen.
Johannes Lichteruh, 2023