Burn-out

Ich bin völlig erschöpft
vom Lesen
und Schreiben
meiner Gedichte,
dem Tode nah.

Phönix
mit Spaß und Laune
aus der Asche
bist du selbst,
bis zum Umfallen
exhausted.

Es muss ein Nachfolger kommen,
und das bist du
wieder.

Immer, immer wieder
von vorne anfangen
die moderne Sucht,
modernistische
des Dichtens.

Damit wusste doch ein kleiner Junge nichts anzufangen,
als er geboren wurde,
war alles neu für ihn,
das Leben lag vor ihm.

Das Geschrei,
das Gewühl im Alltag
war nicht neu
für ihn.

Aber er erkannte es nicht wieder
vom Vorleben,
das er hatte,
gehabt hatte
seit Jahrmillionen.

Du warst erschöpft
von Anbeginn,
von Anfang an
fertig.

Die Tierquälerei,
von der ich hörte,
als ich 14 Jahre alt war,
verschlug mir die Sprache,
ich dichtete nicht mehr
fürderhin.

War das der Grund?
Ich denke, nicht
allein.

Aber die Menschen,
die es akzeptierten
im Verein mit mir,
denn ich lebte unter ihnen,
störten mich
massiv.

Und engten mich ein
in meinen Gefühlen
für die Natur.

Die Analyse
ist zerstörerisch auch für die Seele
des Menschen,
das ist ein Zusammenhang.

Pharmaka
und der Erhalt deines Lebens
physisch
haben eine gemeinsame Grundlage.

Tierversuche,
intellektuelle Arbeit
wie sie leibt und lebt in unseren Tagen.

Wenn das Thema alt wird
wie Methusalem
in der Industriegesellschaft
gewöhnlich.

Wen lasse ich meine Rippen zählen,
ich bin so abgemagert,
abgehalftert
vom Leben?

Nicht ausgezehrt,
aber ein Völlegefühl stört mich,
genuin
schon immer.

Und deshalb esse ich nicht viel,
manchmal übertreibe ich
und nehme ab bis auf 70 kg,
bei 1,80 m?

Das ist nicht richtig,
nicht gesund,
der Mund schwillt auch manchmal auf
an den Lippen
vor Hunger.

Dann habe ich wieder einmal übertrieben,
ein Indiz ganz untrügerisch,
und ich stopfe mich voll
mit Vitaminen,
die ich aus Säften ziehe.

Selten Schokolade,
was ist verkehrt daran,
gesund zu leben?

Aber man muss es auch können
und nachts nicht aufwachen
und zum Kühlschrank rennen
und essen
und trinken,
wie es zur Gewohnheit wurde,
weil ich tagsüber ‚abstinierte‘.

Was für ein schreckliches Wort,
ich habe es gerade selbst gegründet,
weil es so schön passte
in meine Litanei
des Lebens.

Lateinisch vermischt,
weil es schön klingt
und vornehm,
gebildet.

Und dann der Ritterschlag auf deine Schulter,
glaubst du nicht
daran?

Du hast gesiegt,
ungesunde Meldung,
nicht wahr?

Du bist befreit
von allen Sünden
in deiner Vergangenheit.

Schmerz geteilt
in der Seele,
wie immer, du höhlst sie aus
wissentlich
mit deinem Wissen.

Du brauchst mehr, als du weißt
wirklich,
es fehlen die einfachen Wahrheiten.

Eine Herzschwäche?
Ich denke, nicht,
es ist die verdammte Rechthaberei.

Mit schnellen verkürzten Entscheidungen
recht zu behalten,
wie in der Politik
so im Privaten.

Die verwendete Haarfarbe ist nicht Rot
wie bei den Kommunisten,
Kollektivismus,
Indoktrination
stört dich.

Musst du in deinen Herzschlag einbinden
das Menschenbild
des guten
Menschen
trotzdem.

Aber wie,
ohne zu versauern
im Gemüt?

Alle Menschen sind gut,
alle Menschen sind gleich
gesinnt,
sagen sie.

Sagst du
niemals
das Gleiche.

Obwohl,
du siehst es nicht so,
nicht wahr?

Und bar ist alle Erkenntnis
nur subjektiv,
alle mündigen Urteile sind tot.

Wenn von neu verkörperten Kreaturen die Rede ist,
den Tieren,
dann schweige ich lieber.

Ich kenne sie nicht,
die neue Schöpfung,
für Frauen ist der obere Teil wichtig,
für Männer der untere.

Der untere Teil macht, was er will,
die Betzeit entschwindet,
haben wir eine Alternative
zum Aggressivsein?

Ich denke, nicht,
leider nicht,
das ist schade.

Du musst dir deine Augen öffnen
für die Realität,
eröffnen dein Geschäft
des Dichtens.

Der Rattenschwanz,
der endlose
will nicht gehen.

Bis du stirbst,
tot sein,
denn so ist die Welt.

Die endlose
Vielfalt,
wenn du dich darauf kaprizierst,
kaprizieren möchtest.

Du hast die Wahl
der Qual
in dieser Welt.

Irgendein Infekt
nagt an meiner Seele
beständig.

Doppelt bezahlen
will ich nicht
dafür.

Ich bin hier
in der Welt,
um frei zu sein.

Glaubst du nicht
beständig,
glaubst du nicht
.

Einerlei!
Du bist verantwortlich
für dein Leben.

exhausted, englisch

Johannes Lichteruh, 2023

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