Nietzsche-Alltag
sieht anders aus,
aber wer will ihn lesen
und dazu noch verstehen
das Waschmittel?
Brainstorming,
der morgendliche Rundgang
durch die Hölle in der Dienstberatung
hört sich doch fürchterlich an,
oder?
Ich habe anderes zu tun,
als meine Zeit totzusitzen,
ich bin so unglücklich,
dass ich mich freue
auf den Tod.
Wie viel hast du denn gegessen
von diesem Fleisch,
mein Veganer,
das dir das Leben vorschreibt?
Oje, was hast du gemacht?
Etwas noch nie Dagewesenes,
deine Heiligkeit!
Deine Berühmtheit
übersteigt
Individualität
auf einem Niveau,
von dem man sehen kann,
wie heilig du bist.
Der Gipfel
deiner Heiligkeit,
um es zu wiederholen.
Ein Fest für die Sinne,
funktionierende Silberwaren,
nicht wahr?
Zugang zur Welt.
So viele Gesten,
das Fahrrad legt schon zu,
das zuverlässige Thomas-Zelt
in den Rucksack gepackt.
Übergestülpt
das Evangelium
der Mohrrübe statt Fleisch.
Das ist nur ein Teil davon,
vom Leben
Trennung
satt.
Auf irgendwelche Schwächen
zu übertragen
dein Lebensgefühl,
„ich bin groß, ich habe es geschafft,
ich bin Veganer.“
Die Stärken bleiben aus,
du bist ein Mann oder eine Frau,
die den Alltag zu bestehen hat,
und aus ist es mit der Ernährungsweise,
es bleibt ein subjektives Gefühl,
Eitelkeit.
Unfreiheit ist sein Name,
und wenn dir die Produkte in den Supermärkten
nicht mundgerecht angeboten würden,
fällt alles aus.
Denn du brauchst die Gier,
die Begierde,
wie jeder andere Nichtveganer,
der tierisches Blut schlürft
auch
zur Weihnachtszeit,
gerade dann.
Und baust dir ein Haus der Sinnlichkeit
aus Auswahl und Sortiment,
aus Vielfalt und Abwechslung.
Der Markt schiebt dich schon zurecht,
er hat dich im Griff,
Augen auf!
Und staunst nicht Bauklötzer,
wie unfrei du bist
trotzdem
und gerade deshalb,
weil du die Nutzung der Natur
einseitig siehst?
Ein Gefühl der besonderen Art,
„ich bin etwas Besonderes,
ich rette die Universumslast
vor den Menschen,
ein Tier kommt nicht in meine Suppe.“
Noch hast du nicht das Kainsmal an der Stirn,
aber die Zahl 666,
ein Chip unter der Haut fehlt noch
zu deiner Sicherheit
umfänglich.
Am Ende machst du alles mit,
was die Politik dir verordnet,
du bist ein Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse,
verortest dich im weiblichen Geschlecht,
obwohl du ein Mann bist.
Dich vom gesamten Kosmos loszulösen,
sich an sich,
gelingt dir nicht.
Das ist deine materielle Art,
das Vegane,
sie hat dich verraten.
Sie führt dich auf den falschen Pfad
nicht religiös,
und soll ich dir sagen, welchen Grad das hat?
Verblödung.
Es geht dir einfach zu gut,
unter anderen Verhältnissen
würdest du Fleisch essen,
um Kraft zu tanken
tagtäglich,
und dich freuen.
Aber der kapitalistische Schmaus
braucht Abwechslung,
also hungern wir uns zu Tode
und holen uns Krankheiten,
von denen niemand etwas weiß
bisher.
Wir unterdrücken sie heimlich,
unsere Zukunft,
die nichts Gutes verheißt,
obwohl wir es ahnen.
Und suchen wir einen Arzt,
weiß er auch nicht Bescheid,
warum die Bauchspeicheldrüse
streikt.
Du stirbst an Krebs,
es ist nicht weit her
mit unserer Kenntnis des Universums.
Der menschliche Körper
steht uns näher
und tanzt uns doch auf dem Kopf herum,
wir werden dumm und dümmer
und nicht schlauer,
die Wissenschaft erbau er!
Aber wir genügen uns nicht an ihr,
es fehlt etwas Essenzielles
in ihr.
Twiggy schließe ich ins Herz
nicht immer,
Hungerkünstler muss nicht sein.
Aber wie oft fiel schon jemand vom Stuhl
wegen Herzversagen,
weil er nicht aß,
vor allem Frauen,
die sparen am Nötigsten
und unglücklich sind im Job.
Der Kosmos ist weit,
wir sind bereit,
ihn zu erobern,
aber lösen nicht unsere Probleme
auf der Erde.
Das verhindert dann wenigstens die Enurese,
schwierig im Gebet,
wenn der Sack tröpfelt.
Taco, der Feuerwehrmann,
zwischen den Beinen
verhindert.
Vegane Milch,
gibt es das schon
aus den Brüsten einer Frau?
Die Kuh frisst immer Heu,
was ist schlimm daran,
dass sie ein Tier ist?
Glaube mir,
nichts ist so schlimm wie der vegane Brei
aus tierischem Eiweiß.
Du stirbst den Tod,
einerlei, des Gewissens,
China hat sich verändert,
für den Besuch von China
sind Tausende von Optionen möglich.
Die Wolke Gottes
verfolgt den Traum,
Einreisebestimmung
ins Paradies,
Social Score.
Aus ist es
mit dir
im weltlichen Gefilde,
du bist zurückgewonnen.
Änderungen im Traum
treffen,
Gott im Traum.
Schwanenteich,
der US-Markt
gilt als Selfmade-Markt,
die Amis haben alles
im Land.
Autark,
um sich selbst zu ernähren,
aus dem Putin-Verhältnis
die Russen auch.
Nun schaust du dumm,
mein lieber Veganer,
die halbe Welt und noch mehr
ernährt sich traditionell
wie ich.
Du bist ein Solitär
unter den Menschen
und willst es sein.
Du gängelst dich selbst
und bist nicht frei,
dein Beitrag zur Menschheit
ist minimal.
Aber allemal im Bewusstsein
schreist du nach Freiheit
und klebst dich auf den Straßen
fest.
Mehr als Untergang
ist gewollt,
deine Kritik gilt
der heimischen Wirtschaft.
Schon ist Rechnung
als Abrechnung
gemeint.
Trifft die Menschheit insgesamt
Freihandel,
unser Feind ist die Überbevölkerung.
Wer kann sie ernähren
vegan?
Supergefährlich.
Quer und durcheinander,
Schutzmechanismus,
der keiner ist
wirklich.
Johannes Lichteruh, 2024