Gesamtkunstwerk

Stella Shift
ist unecht,
sie singt wie ein Mann
es tut,
straight,
was er kann,
die Röhre.

Unverschämt,
kein Gesang
lieblich.

Die Berufsmädels schreien sich aus,
das Haus aus der Seele,
kein Laut kommt heraus,
der schön ist.

Der Rhythmus geklaut
wie er seit Jahrhunderten üblich ist,
in Europa
primitiv
die Schausteller-Frau.

Die Gaukler
verunglimpft
von mir
zu Unrecht?
Gegen den Strich rechnen
ist nicht ihr Metier.

Der klassische Gesang ist schön
eine Stimme,
er hebt mich auf eine andere Ebene
schönere.

Weil es disharmoniert
mit dem Ganzen
der Seele des Universums.

Grausam
und fürchterlich zugleich,
der Schunkelmarsch dazu
mit der Kerze entzündet,
entzündet auch die Herzen
der Menschen.

Pop, wie gesagt,
das Desaster nimmt seinen Lauf,
beruhigt nur.

Der Gemüseteig
der soften Menschheit
tagt.

Immerzu auf den Konzerten,
dann brauchst du ja auch kein Gehör mehr,
wenn alles nur kracht.

Und über Nacht bist du stumm,
taub gar,
wenn du nicht aufpasst
und zu nah an der Bühne stehst,
der Rampensau zuhörst.

Das Geschrei,
es ist Ausdruck einer Zeit,
die außer Rand und Band ist,
in der nichts mehr funktioniert,
zusammenhält.

Leporello,
entfaltet sich das Leben ganz
in dieser Musik?

Ich denke, nicht,
der spirituelle Gehalt
ist minimal.

Was erwartet uns denn noch von der Politik,
das gleiche Gejammer
wie auf der Bühne
von Stella Shift?

Denn Kunst ist Widerspiegelung der Realität,
Rekorde brechen
wie die, die nicht arbeiten
im Weinberg des Herrn
spirituell?

Ich denke, nicht,
das wär nicht gerecht,
das kann einmal anders losgehen.

Der Mensch kehrt zum Menschen zurück
und ohne Krach,
aber sacht, aber sacht,
das geht nicht so schnell!

Die Zeit ist noch nicht reif,
die Ernte der Zeiten
steht noch aus.

Die Zeit killt uns zwar,
doch schöner ist der Ausblick
der Auferstehung,
nicht wahr?

Eine Stink-Kur
wie auf den Galapagos-Inseln
von Exkrementen
will ich nicht haben,
aber sie ist natürlich.

Zur Hölle fahren,
sie ist unter uns
in dieser Welt
schon.

Was so gefährlich ist daran,
die Welt wird nicht besser
davon.

Die Menschen vergeuden ihren Standard
unaufhaltsam
und merken es nicht.

Lockere Methode,
um sich ins Ausseits zu puschen,
und die Luschen sind wir,
die nicht helfen können,
uns selbst.

Die Solarprodukte
und, meiner Treu,
die Energie daraus
sind teuer!

Aber die Bühne erstrahlt
im feurigen Regen
und Golddiamanten,
die von der Decke hängen.

Wie ihr Kleid
von ihrem Körper,
Stella Shift
stemmt sich ihm entgegen,
dem Publikum.

Und holt Luft,
Atem
zum letzten Schrei,
der sie selber ist.

Das Gegen-Brett,
die Schwör-Attacke,
die beschädigten Schuhe
vom Tanzen
auf der Bühne.

Sühne gibt es nicht
für diese Art,
weil es Spaß macht,
geht von selbst.

Und Nacht für Nacht
bleibt der Spaß erhalten,
verwalten können wir ihn nicht,
denn es ist ein großes Talent,
das da spricht,
man muss es gewähren lassen.

Was mir so in den Hals kommt,
ich kann nicht singen,
aber die Wahrheit bringen
in einer solchen Angelegenheit.

Auf Abstand
das Licht
völlig bedroht
von unten her.

Von der Gosse,
dem Publikum
blutleer,
das keine Energie zurückwirft.

Sie ist cool genug,
Stella Shift,
der Umgang damit
tut ihr nicht weh.

Da muss eine Mutter
sterben in ihr,
sie hat keine Kinder
nimmermehr.

Selbstverständlich
nicht
bei der Wucht-Abgabe
der Gesten
wir werden siegen.

Ich wär ja auch viel zu schwach,
schon zuzuhören,
die Musik ist mir zu laut,
das ist nicht meine Entwicklung.

Der Beifall rauscht,
das Konzert ist aus,
wir gehen nach Haus,
es geht zu Ende
mit uns.

War schön,
mehr nicht,
kein Licht,
das ausgeht
vor unseren Augen.

Es brennt immer
schön
der Firlefanz,
der schicke Tanz
auf unseren Füßen.

Die Hüften drehen,
die Schenkel,
der Hintern biegt
sich
nach vorn.

Auf den Dächern
des Ruhms
die Biografie klemmt,
weil es keine Lösung bringt,
das Leben.

Dieses Leben,
sei es, darin spiegelte
sich.

Das Musikinstrument ist tot,
der Film ist gerissen,
alle diese Klein-Huren
gehören hinweggefegt
von diesem Planeten.

Wie soll das ausgehen?
Kniefall vor der Musik,
Sex
ist nicht schön
immer
auf Dauer.

Zur woken Unfallgefahr
bin ich geworden,
auch Stinkigkeit.

Welche Beamten gingen leer aus
während der Kolonialzeit,
die deutschen?
Ich weiß es nicht,
sie holten nicht viel nach Europa.

Frankreich war führend
und England,
die Niederlanden,
Belgien.

Wichtig ist ein Lied,
in dem der afrikanische Rhythmus sich widerspiegelt,
das sonnige Flair
der ewigen Sonne.

Daran wird also Streit um die Steuern
sich entzünden,
und besprechen bis dahin
meine Gebete.

Außerdem machte das einen blutleeren Kopf,
ich wusste Bescheid
und musste zahlen
Steuern
abgestumpft
auf die Eintrittskarte.

So sammeln wir Aktivitäten
auf den Konzerten,
unser Leben folgt einem Trott,
ist langweilig,
und wirklich geschieden vom Leben
Routine,
die uns tötet
im Job
und in den Familien.

Das ist sie wirklich,
die mangelnde Aktivität,
die uns tötet.

Der Büroalltag,
die körperliche Arbeit,
die Bewegungen,
die immer dieselben sind.

Wir flippen aus auf den Konzerten,
weil wir frei dort sind,
aber vollführen Bewegungen,
die unser Alltag sind,
siehe oben.

Sie können immer nur anreichern,
die Menschen,
der Überblick fürs Ganze
fehlt.

Die Lösung fürs Ganze,
es gibt kein Glück auf der Erde,
und die Beschwerde tragen wir,
auch wenn wir glücklich sind
vermeintlich.

Die Abnehmsachen, ja,
die uns reduzieren
auf ein Erbärmliches
im Jahr
und Jahr für Jahr.

Im Grunde genommen wenig erkannt,
Nietzsche,
was wir wissen
ohne Litanei
der Kirche,
sie hat mir geholfen
trotzdem.

Der Glaube ist wichtig,
die Welt ist für den Verstand
Erkenntnisgrundlage.

In diesem Zwiespalt leben wir
von Land zu Land,
von Zeit zu Zeit,
und sind bereit,
uns zu vergessen
auf Konzerten.

Ob klassische Art
oder Pop-Genese
ist unwichtig,
es geht ums Vergessen.

Ich freu mich auf das Ungetüm,
das Leben,
wie jeder.

Diese Reißbrettschönheiten,
die Frauen
auf der Bühne
berühmt?

Ich müsste lügen,
Mega-Hoffnung,
Hoffnung auf Leben
in mir.

Stella Shift, US-amerikanische Popsängerin

Johannes Lichteruh, 2024

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