Ortung

Sehgefährdet
du bist,
du schlitterst haarscharf an einem Krebs vorbei,
du erblindest
auf einem Auge.

Das linke war dabei
seit deiner Geburt,
es belastet dich immer noch.

Encounter-Gegend
durch die Langarmutszeit
im Hirn.

Du konntest nicht klar denken,
und lange Jahre
war das Auge nicht dabei,
Amblyopie stellte sich ein
letztendlich.

Die Krankheit schleicht sich ein
immer noch,
immer noch möchtest du sehen können
auf beiden Augen,
aber es gelingt dir nicht.

Du bist kein Gott,
physisch bedingt ist unser Leiden
zuerst.

Zuallererst merkst du,
dass etwas nicht in Ordnung ist in deinem Körper,
erst dann, erst danach
kommt das psychische Leiden.

Du denkst darüber nach,
warum es nicht in Ordnung ist,
warum es so ist.

Wenn auch das Gebet nichts nützt,
die Karma-Glocke läutet,
schaust du in die Vergangenheit,
warum es so ist,
so ist mit dir.

Du findest dich nicht wieder
in deiner eigenen Vergangenheit,
historische Persönlichkeiten sind Zufall,
auf die du stößt.

Du identifizierst dich
mit ihnen
und spielst sie nach
gedanklich.

Zum Beispiel Milton,
the Lady of Christ’s,
erblindete im Alter.

Seine Tochter ihm zur Seite stand,
saß,
und er diktierte ihr seine Gedichte.

„Paradise Lost“ und „Paradise Regained“,
letzteres wurde nie ins Deutsche übersetzt,
vielleicht ist es das,
warum du erblindest
auch?

Tu es, nimm es zur Hand!
Der Google-Übersetzer ist eine Katastrophe,
auch DeepL ist nicht besser.

Du verstehst in groben Zügen,
worum es geht,
aber die Ästhetik wird nicht besser.

Ist eine Katastrophe zu lesen,
kein Genuss,
Genuss ist anders
in der Lyrik,
in der Kunst
generell.

Worum es geht in dem Poem?
Ich weiß es nicht genau,
es ist eine Verfestigung des Glaubens,
eine Schau in Gottes Auge.

Aber der Inhalt überzeugt nicht,
es ist der alte Glaube,
und der gilt nicht in einer Welt
der Erkenntnis,
die wir heute haben.

Deshalb die Schwierigkeiten,
die wir haben
mit dem Glauben.

Wir wollen erkennen
die Welt,
der Mensch ist allein auf sich gestellt.

Es nützt kein Gebet für die alltäglichen Sorgen,
der Mensch organisiert sich selbst
und muss dafür sorgen,
dass er den Glauben nicht verliert
trotzdem.

Das ist die Schwierigkeit
letztendlich,
wie ich sie sehe.

Die Freiheit, die bürgerliche,
ist wunderschön,
die wir haben,
aber sie führt uns auch auf Abwege,
in die Irre.

Das muss jetzt jeder für sich entscheiden,
inwieweit er glaubt,
inwiefern.

Es nützt kein Zwang
durch Scharia-Gesetz,
wie Muslime es glauben.

Sie halten sich ja selber nicht daran,
der Sex blüht auch vor der Ehe
und sogar daneben
ein Leben lang,
nicht wahr, meine Herren
der Sinnlichkeit?

Und die Frauen sind nicht besser,
wie oft schon war ich der Geste gewahr,
die sie mir gab von ihrem Fenster
oder direkt vom Balkon.

Ich ging in den Hauseingang
und die Tür stand offen
zu ihrer Wohnung
wie ihr Körper,
den ich nahm,
in vollen Zügen
trank.

Oh, ich war so sinnlich,
das war ein Fest der Sinne,
der Spontansex gefällt mir noch immer
am besten.

Der Körper vibriert,
ein Stich ins Herz,
die Emotion kocht hoch,
und die Beine werden locker,
kennen nur eine Stellung
auf dem Teppich
oder dem Bett.

Je nachdem, was gerade zur Verfügung stand,
die Muslima in einer Orgie
mit mir.

Ich erblinde vor Geilheit,
vor Sinnlichkeit,
mein Hirn schwappt über,
erstickt jeden Gedanken.

Ich schlucke, atme nach Luft,
und was für ein Duft
entsteigt ihrem Haar!

Das sinnliche Parfüm steigert noch
meine Qual
der Sinnlichkeit.

Ich liebe sie
und küsse sie
am ganzen Körper,
das kurze Schamhaar
so sinnlich,
wie eine kleine Bürste.

Ich steche hinein
und will es sein,
ein Teil von ihr.

Meine Phantasie
kennt keine Grenzen,
wie man sieht,
ich vermische mich
mit ihr.

Ich wache auf,
es war ein Traum nur,
das vergänglichste Leben im Sex.

Die Lust lässt nach,
das Sperma muss raus
in ein anderes Gefäß,
wie nüchtern man ist danach!

Ich ziehe mich an,
verlasse das Schlafgemach,
es war schön.

Ich schaue sie an
und leg etwas Geld auf ihre Schulter,
sie nimmt es an.

Denn sie ist arm,
wie ich sehe an den Möbeln,
an meiner Umgebung
armselig
in diesem Zimmer.

Ich habe sie gekauft,
ja, letztendlich war es so,
aber sie wollte es auch.

Sie stand unter Druck,
wie ich,
der Sinnlichkeit,
ist das nicht schön?
Die Kälte im Herzen gab es nicht.

Am liebsten mag ich den Sex in den Morgenstunden,
wenn man erwacht,
und eine Frau liegt neben mir.

Es ist so schön,
so wunderbar das Gefühl,
dass eine Frau ist Teil
meines Lebens.

Aber intelligent muss sie sein,
ein Gespräch darüber,
was man tat.

Die Gemeinsamkeit
ist schön,
ich vermisse sie
tagtäglich.

Und deshalb die Sehnsucht nach Frauen,
aber die Abwechslung tut weh,
man trifft nicht immer das große Los,
man will nicht bleiben.

Man will gehen
und weitersehen,
was das Leben einem so beschert.

Was das Leben einem so differenziert?
Ich weiß es nicht immer,
manchmal sehe ich es
und sehe einen Schimmer
von Intelligenz in ihr.

Aber es liegt an mir,
ich übergehe das Gefühl
des Bleibens.

Es langweilt mich die lange Geschichte,
das Beziehungsgeflecht des Leidens
einer Liebe, die eigentlich nicht hält
von Anfang an.

Ich bin misstrauisch
auf der ganzen Linie,
sie schränkt mich ein,
die Liebe.

Vielleicht ist es die Liebe,
die immer hält,
das einzige Pfand
unter Menschen
der Verlässlichkeit
einer Beziehung.

Das wäre schön,
das will ich immer haben
und mich laben
an Körpern,
Sex gehört dazu.

Johannes Lichteruh, 2024

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