Archaik

Ich hab sie nicht wahrgenommen,
es tut mir so leid,
in ihrem bunten Kleid,
übersät mit Brillanten
und Edelsteinen,
ein Übertreiben
ihrer Eitelkeit?
Mitnichten.

Der Tod separierte uns,
ein Überschreiten
der Grenze,
denn jetzt wird mir erst klar,
was für ein Mensch ich war,
ein Egoist.

Ich nahm wahr,
ein Mensch, die Natur, die reiche,
in deiner Himmelsvorstellung
kleidet sich so,
alles Reiche, alles Schöne
dieser Welt,
für dich zählt kein Geld.

Schon einmal gehört?
Wen dieser Reichtum stört,
beutet aus die Natur,
denkt an sich selber nur,
deshalb konnte sie am Ende auch auf alles verzichten
und sich richten.

Wir sind doch nur Abbilder einer höheren Funktion,
wir Menschen wussten das schon
seit der Antike,
der Mensch davor
noch mit der Pike in der Hand
war sich dessen bewusst,
wie gesehn auf einem Fries,
das Ziel mit Aufschlag,
in der Münchener Glyptothek.

Die Götter brausten hernieder
und halfen mit,
sie flüsterten ihre Lieder
dem Menschen ins Ohr,
sie kämpften zusammen,
der Tod war nicht wichtig,
die Ehre wieder hergestellt,
ist heute das Gewissen,
die genauen Umrisse nicht,
anstatt von Risiko.

Das ist doch viel zu wichtig,
deine Dichtung,
ich wünsche mir das Looping
wie damals im Großen Garten,
mutig und frei.

Das quält auch meine Begründung,
das waren schon lustige Bänder,
die du dir ins Haar gebunden hast
in München, über die Schulter breit.

© Johannes Lichteruh, 2020

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