Leidenschaft

Das Meer macht es mir nicht leicht,
ein endloser Garten von Pflanzen flach,
natürlich will alles wachsen,
aber ich will schwimmen
und nicht über Gestein ausgleiten.

Wie ich will,
wollen mich die Züge begleiten
der Schwimmbewegung,
die Rechnung geht nicht auf,
plötzlich wachsen Korallen mir
gegen den Bauch.

Ich wate zurück
durch das seichte Wasser,
der Corona-Effekt
hat mich aufgeschreckt,
auf der Suche nach Wasser
war ich hier gelandet
weit im Süden der Hurghada-Küste.

Wenn ich doch nur das Geheimnis lüftete
weit, damit ich wüsste,
wo die Polizei steckt!
Badeverbot
an allen Stränden.

Von Deutschland weit entfernt,
füge ich mich in mein Schicksal,
die Strafen sind horrend,
übersteigen mein Vermögen,
25.000 Pfund sind kein Pappenstiel,
ich brauche sie gesund
die Summe,
um jeden Tag zu fliehen
mit dem Taxi.

Wohin mich der Fahrer trägt,
Flucht im eigenen Lande,
wer hätte das gedacht,
wo alles so schön begann!
Und über Nacht die Krankheit,
der Fluch
der Menschheit,
wie man so sagt,
der grüne Albtraum,
die Welt wird immer so.

Jetzt ist gut, Sahara!
Der Sand sticht mir in die Augen,
ich will dich nicht vollsaugen
mit Blut,
die Mischung hat mir gebracht
den Infekt,
unter dem ich noch immer leide,
Corona ist längst weg,
und du sitzt tief
in meiner Brust.

Ich seh nicht mehr über meinen Körper hinweg,
ich schau genau hin,
die Gesundheit ist mir lieb,
deshalb das tägliche Schwimmen,
das darf kein strafrechtlich besetzter Raum sein,
das Wetter wird immer schöner,
und wir bleiben zu Haus,
die Menschen ziehen sich aus
und wollen die Sonne.

© Johannes Lichteruh, 2020

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