A, B und C, drei Abschnitte des Lebens

A

Da muss ich dir aus dem Weg gehen,
wieder meine Gemeinschaft,
das ist schön, und soll nicht vergehen
der Tag der Schönheit mit dir.

Du willst noch weit hinaus,
in den Roman hinein,
wir berechnen das für dich,
exakt Wort für Wort.

Es schleicht sich an das Gewissen,
das Risiko war einfach nett zu dir,
dass du es nicht schaffst,
das Schreiben stilsicher nicht.

Besonderes Behavior deiner Würde,
und Schübe des Wahnsinns in das Gesicht,

die wehtun, uns wehtun.

Die wir alle fiebern mit dir,
dass du es schaffst, das Gedicht,
Supportlücken gibt es nicht unsererseits
.

B

Wer da kommt, bin ich,
das sind die teuersten Bibeln
des Glaubens.

In mir, wir sind der Tag im Monat,
die Liebe auch,
der Tag ist absehbar.

Ich wurde mit sieben Jahren von meinem Onkel missbraucht,
und wusste nicht, was es ist, Sex,
das Schreiben kam ins Stocken, das Lesen auch,
das Denken nur in Flocken fand statt.

In Flöckchen, jetzt geht’s ans Eingemachte,
wer hätte das gedacht, dass du das erfährst zu so später Stunde,
in deinem Alter, das die Sehnsucht entfacht,
eine Sehnsucht nach sauberer Liebe, das bin ich, dein Gott.

C

Schwenk ins Altersheim, so klar und so deutlich,
so heftig zusammengebrochen die Gewissheit, dass du jung bist,
noch jung bist, in deinem Alter gutgehalten.

Wo bleibt die Gerechtigkeit,
der Altersausgleich,
Alt gegen Jung?

Das hat schon etwas von einer Opferrolle
gegenüber der Natur,
mit der Regionalbahn ins Alter.

Ein Elend deiner selbst, die Zeit,
ein freundliches Elend, die Zeit und Heiterkeit,
und damit hört die Freundschaft auf im Sterben.

Damit hört die Finanzierung auf deiner selbst,
dann mache ich die Wachablösung hier auf Erden,
die Hiobsbotschaft, nichts Gutes in der Welt.

© Johannes Lichteruh, 2021

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