Wilhelm Hauff

Selber nicht die Knie-Ansprüche,
die Worte ziehst du aus dem Knie,
hast du einmal gedichtet
vor langer Zeit,
langer Zeit
länger,
ob das noch stimmt?

Ich wüsste nie,
wie das funktionieren soll,
die Worte kommen aus dem Herzen.

Das sind so die Gedanken, die ich hab,
ich schweife ab,
das Dichten liegt mir,
auch aus dem Herzen.

Nicht immer
allerdings,
das stimmt.

Die Schmerzen
stammen aus einer anderen Gegend,
dem Magen,
der Galle,
wenn die übergeht,
ist es schlimm,
steht es schlimm mit mir,
um mich.

In der Kürze liegt die Würze,
liegt mir
einfach.

Ein langes Gedicht muss nicht lang sein,
der Inhalt stimmt und zieht es in die Länge,
wenn es einsilbig formuliert ist
wie dieses.

Die Feuerblase
bist du nicht,
ich weiß.

Und das Meer seh ich blau,
trürkisfarben
gern
hier
in Ägypten.

Vom Dach meiner Wohnung,
wo ich die Katzen beherberge,
die mir zugelaufen
sind.

Sie fressen gern Leber mit Kartoffelbrei,
auch Reis,
ich brauche sie,
sie sind meine Begleitmusik,
das Frühstück meiner Seele.

Wer hat noch nicht den Oberarm gehoben,
die Hände,
die Finger
für den Konkurs unserer Seele?

Die Tiere lieben uns,
wenn wir sie lieben
und verwöhnen
mit Fressen vor allem
und Sicherheit.

Wie ich Liebe finde?
Nicht schlecht,
wenn sie ehrlich ist,
die Tiere mögen sie
und sind unbestechlich.

Sie merken die Abweichung von uns
ihnen gegenüber,
in der Wüste
Begabung
die Katzen der Frau Ahavzi,
darüber bist du hinaus gegangen.

Keine Magie,
das Blut
in dir weiter führt
als gedacht.

Das lässt Zweifel aufkommen,
ob du das willst,
das Ziel
ist kaputt.

Du weißt es nicht,
du kennst es nicht,
du ahnst es nur,
Gott.

Du improvisierst es hier,
auf deinem Dach
der Katzen gedacht,
der vielen,
die dir zugelaufen sind,
die dir nicht gehören.

© Johannes Lichteruh, 2021

Kommentare

3 comments on “Wilhelm Hauff”
  1. Luxus Lazarz sagt:

    Ach danke, geliebter Johannes, wie oft sah ich als Kind das Märchen vom Kleinen Muck. Es war so schön, so bunt, so warm und alles nahm ein gutes Ende. Wie Märchen halt so sind. Doch die bunten Glasscherben, für den Kaufmann der das Glück verkauft, da hätte ich schon Kirchenfenster einwerfen müssen, um an derartige zu kommen. 🙂
    Fühlbar freudvolle Grüße
    und Segen
    Luxus

    Gefällt 1 Person

    1. lichteruh sagt:

      Tausend Dank, liebste Luxus! Ehrlich gesagt, ich habe auf deine Antwort gehofft, nun ist sie so herzlich gekommen. Morgen besuche ich dich auf deiner Seite, bin gespannt, was es Neues aus dem Universal-Hirn gibt, deinem großen Herzen. JL

      Gefällt 1 Person

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