Bios

Bei den fiebrigen Bänken auf hoher See
wollen wir stranden,
lagern.

Das ist alles noch Vorbereitung,
was du sagst,
ein Denken,
das ich mag.

Der Meister, helau!
Schnell weg, weg!
Wir wollen uns nicht den Hals verrenken
nach seiner Meisterschaft
im Denken,
mir graut.

Wir bauen eine neue Stadtbahn aus,
für Autos,
der Führer bist du,
bis nachher!

Jetzt Raft-Man,
Lieschens Rückkehr,
so deine Handelsgenossen.

Du spielst nicht nur den Ehegenuss,
du hast ihn
mit mir,
deinem Gott
ein bisschen exklusiv.

Dein Leben ist ein Korridor in die Freiheit,
das ist eine interessante Arbeit,
bei der du Erfahrungen machst,
viele
mit dir selbst.

Mister Gall-Witz
so bitter,
Günter Affig:
„Komm hier mal rein, in die Folterkammer,
ich habe mein Instrument mitgebracht,
die Kneifzange.“

Er zieht mir alle Zähne aus,
einzeln,
die Kernfrage ist entscheidend:
„Glaubst du an Gott?“
Nein.

Ich bin querschnittsgelähmt
daraufhin,
das ist der Weg aller Behinderten,
die auf die Welt kommen
und neu geboren werden,
der Weg der Verantwortung,
o. k., der Zorn.

Ich möchte keine Sitzflächen sein,
auf denen die Leute sitzen
mit ihren Ärschen,
lieber bin ich klein
und unscheinbar.

Ein verschämter Witz
du bist,
dann erzähl ihn nicht!

Zur Selbstberuhigung
die Pille,
gehst du hart mit dir ins Gericht.

Es muss doch einmal Freiheit sein
ohne Arbeitspflicht
im Alter,
dein Echo
ist mein.

Das ist schön
und produktiv,
du suchst dir dein Gericht
aus,
selber,
dein eigenes.

Der Schöffe bist du nicht,
du bist der Richter,
Kaffee ausgetrunken.

The Playlist,
sie sind sofort da,
die Ameisen,
und überlagern dich,
keine Musik hören!

Das besticht,
und richtest
über das Gewissen,
ob es genügt
oder nicht.

Prüfung
für alle Lebenden
wie dich
im Zwiespalt
mit sich selbst.

Vorwegnahme
des Jüngsten Gerichts,
warum nicht?

Ob es nützt,
werden wir sehn
nach diesem Geschehen
des Jüngsten Gerichts,
ich glaube nicht.

Der Absender
dein Gott,
der Empfänger
du selbst.

Brief in Langeweile,
Lügen haben lange Beine,
wenn man sie zieht
auf der Streckbank.

Du siehst, die Folter genügt,
und schon kommt die Wahrheit ans Licht,
dein Redefluss
der Redefluss.

Du bist ein Nichts
nichtswürdig
und verweigerst dich Gottes
ewigem Gericht.

Mittelalter,
so nennst du mich bitte nicht!
Die Methoden
sind gerechtfertigt,
Erziehung blüht
auf.

Ich merke, du sitzt auf Kohlen
glühenden
und unverhohlen lügst du noch
und merkst nicht den Staub
dieser Erde,
wie kühlend erfrischend er sein kann.

Sei ein Mann
und kümmere dich!
Die Sau rauslassen
unbekümmert
kann jeder.

In eigener Verantwortung musst du sein,
mehr kann man nicht machen,
und dann muss man warten
wieder einmal
können.

Zur Beruhigung des Gewissens
Markenzeichen,
kein fremdes.

Bei diesen hohen Bergen, Gipfeln
zu erklimmen,
keine Ebenen,
wie Bertolt Brecht geschrieben.

Mühen schon,
wie immer
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Steinige Wege
ohne Hemmung
zu gehn,
mörderisch,
wenn’s sein muss,
keiner soll dich behindern.

Hoch hinaus
und tief hinein
ins Getümmel
der Menschen,
so lebt es sich besser.

Empfehlung,
keiner ist dem anderen zu klein,
keiner ist dem anderen zu groß,
alle sind gleich
menschliche Seelen.

Wie schön
dieser Ausdruck
gleicht einem Manifest
der Bibel,
sehen wir hier
in deinem Gedicht.

Wir sehen uns wieder
in einem Spiegel,
wer sind wir?

Immer noch unterwegs,
Reisemöglichkeit,
wer es mag,
ins Ungewisse
zittrig.

Aufbruch
zaghaft,
zerbrechlich.

So mein Weg
bisher,
Bekenntnis,
nicht mehr.

Wenn das Moos grün wird
und nicht vergilbt,
Chlorophyll.

© Johannes Lichteruh, 2020

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