Gebetssteine

Nomade sein,
das ist fein,
eine überbordende Freude
am Dasein
im Wandern,
von einem Land zum andern,
ich bin.

Es hat etwas Psalmodierendes,
das Wandern
im Gehen,
und nicht im Stehen
an einem Ort,
einzigen Ort
der Geburt vielleicht.

Der Mensch will raus
aus den Banden,
die er vorfand,
als er begann
zu leben.

Das hat auch etwas mit der Traumbelastung zu tun,
von der du träumst,
entlastet zu sein.

Zu werden
musst du jetzt die Füße heben,
um vorwärts zu kommen.

Ich mag nicht auf Vorrat essen,
ich will es genießen in Freiheit,
in der Freiheit
spontan.

Gottes Mühlen arbeiten langsam,
ich weiß,
ich hatte mich verhakelt
in mir selbst.

Deshalb gehe ich langsam
im Gehen,
aber im Stehen nicht,
da bin ich schnell
von der Stell.

Da muss es eins um die Ohren geben
zur Acceleration,
das hat schon etwas Idyllisches mit dir,
deine Wünsche
ein Tier,
das nicht nachlässt
im Wünschen
endlos.

Meine Augen sind überall
und sehen es,
was der Menschheit gefällt
und was nicht.

Dir ins Gesicht
sage ich es,
weil du die Wahrheit liebst.

Sinti und Roma
ein riesiges Pellet aus Fisch vor sich herrollen,
ich habe es geträumt,
sie kommen damit nicht zurecht in der Stadt,
es passt nicht in den Bus,
aber es ist eine Last,
die sie mit sich schleppen
gerne.

Die Haut pellt sich ab
vom Rollen,
es wird weniger
der Fisch,
die Last,
das Herumtollen
in der Welt.

Gott und die Last
seines Sohnes
Jesus
nicht abschütteln,
mitnehmen
ins Jenseits,
das jetzt schon stattfindet.

Hier
in der Welt
große rollende Scheibe
aus Fisch.

Überdimensional,
illegal
und doch legal
über die Grenzen,
weil christlich,
hinweg.

Vision
in einem Traum
Gegenstand,
und musste nicht leiden.

Auf beiden Seiten
Gottes
und des Menschen
das Licht ausmachen.

Umherstreifen,
das Feuer entfachen
der Liebe.

Sich nicht festlegen
auf einen Beruf,
auf eine Ausbildung,
stillhalten und warten
auf Gott.

Ein Ideal unserer Zeit,
das es zur Zeit nicht gibt,
nur bei diesem Volk.

Sinti und Roma
Zeit totschlagen,
Zeit, die es nicht gibt
für sie.

Existiert
im Taumel der Zeit
der Zeiten
Wirrwarr.

Meine Brüder
und Schwestern
im Geiste,
die ich nicht will.

Sie kommen nicht über meine Schwelle,
Behausung,
sesshaft wie ich bin
leider.

Um den Globus,
in Europa,
mehr nicht.

Weiter nicht
ich bin
gekommen,
und frommen soll mir nichts
außer mir selbst.

Schicksal umgeschrieben,
Psychologie
und Vertrauen in Gott,
also immer auf Wanderschaft,
unterwegs.

Folglich
allein mit mir und Gott,
unter den Fußsohlen, unter dem Gesäß, unter dem Rücken
der Erde
zugewandt,
buchstabieren E-r-d-e,
Staub,
aus dem die Welt gemacht ist,
basta!

Zu dem wir zurückkehren,
Kohlenstoff,
Moleküle
molekular,
Zellen und Eiweiß
wunderbar,
wenn es ein Mensch wird
erneut.

© Johannes Lichteruh, 2021

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