Busen zeigen, ein beliebtes Motiv, oder wie eine Wunschkönigin auf einem Stöckchen reiten. Schoko-Kamera für Diätwerbung, ein naturalistisches Ambiente, Pulsator am Penis reichen einander die Hände. So viele Schicksale, Wortcontainer, Lippenschlitz, so viele Rinnsale, Blutkonserven, …
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Passion
In der Karwoche fing alles an. Die Konturen wurden unsicher. Der Mann schilderte sein Leiden wie einer, der nichts kann: keine Abwehr, kein Mitleid mit sich selbst. Christus war immer er selbst geblieben. Von sich …
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Niederknien
Dichten ist eine Magie. Die Worte ziehst du aus dem Knie. Der Rhythmus ist eine alte Melodie, zu dem die Worte passen müssen. Dichten ist ein Fastenmüssen und zwingt dich in die Knie. © Johannes …
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Nachtragend
Ich richte mich nach der Stimme meiner Seele. Die ist nicht ungemach: Alles Erkennen und Streben nach Wissen trägt sie mir nach. © Johannes Lichteruh, 1984
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Nach dem Tode
Das wird wie im Traum sein: Du wirst allein sein und unter dir die Erde. Über dir die Sterne und das weite All. Und du wirst allein sein und überall. © Johannes Lichteruh, 1988
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Meine Seele hat immer gesprochen
Steuern für jedes Tier, Hauspfründe, deswegen sehen wir das so: Nebelschweiß, Angsttreter, kleines kluges Mädchen – reißen sie nicht, wenn der Mensch kippt? Virtuelle Welten, Behauptung so weit? Klingt fabelhaft, Welt frisst weg, wie Kraut …
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L.s Geburt
So hab ich dich im Traum gesehn: Drei Frauen haben dich besehn: Die eine fand dich wunderschön und auch schon klug. Die andre wollte auch dein Haar verstehn und löste eine weiße Kappe. Da fiel …
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Liebe ist
Liebe ist, wenn du um deine Nächsten bangst. Die Liebe steigert deine Furcht zur Angst. Dann machst du alles anders, als du jemals kannst. Liebe ist, wenn du um deinetwillen krankst. © Johannes Lichteruh, 1988
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Liberal
Die spielmoderne Aussöhnung in allen Knallräumen. Überall in einem Moment Speicherkapazität, die Welt taumelt. Es ist eine Zeit verwirrend, singend tanzen gehen und daneben fallen Bomben. Das ist das Sprunggelenk, die Ferse, die Himmelreiter AG …
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Leute
Was die Leute so liebevoll nennen! Im Grunde kennen sie nur sich. Und sich selbst nennen sie: Ich. © Johannes Lichteruh, 1988