Vater und Sohn

Das muss ja ein Ungetüm gewesen sein,
Christus,
das Gift hielt er nicht für seine Norm
der Menschheit,
das Gift der Seele
von vorn,
an der Oberfläche weiß sie viel,
aber wie sieht es im Inneren aus?

Der Schuldige nimmt die Gastlichkeit auf,
Christus baut sich ein Haus
in dir,
das übergibt er dann mir
zur Überprüfung,
ob die Statik stimmt,
denn das ist wichtig
in jedem Architekturbüro
ungeheuerlich.

Stimmt dein Gewicht,
wir nehmen dich auf,
die Floskeln
der Unaufrichtigkeit
sind Milch
in der Früh,
als du noch ein Kind
warst
und schriest.

Das Vaterunser
war kein Brief
an dich gerichtet,
du konntest noch nicht lesen,
keine Buchreligion
war dir fremd,
aber du konntest sie nicht lesen,
geschweige denn hören
wie in diesem Gedicht.

Nämlich nicht mit Übergewicht
der Seele,
Erkenntnis stand immer im Wind
an der Reling
eines großen Schiffes,
das Wissen genannt wird,
du brauchst diese Dimension,
sonst würdest du sterben.

Die Erkenntnis wusstest du schon
als Kind,
aber wie sollte einer dir helfen
im dummen Umfeld?
Die Welterkenntnis,
für die du sie hältst,
braucht Entwicklung
hesitated.

Zögerlich,
so banal das klingt,
warst du
mit deinem Gedicht,
die Strafe zählte nicht
für dich
im Himmelreich,
Entzug der Liebe
du spürst.

Ein mulmiges Gefühl hast du
mit der Verweigerung,
mehr nicht!
Keine Angst vor dem Tod,
traurig!

Pack ich dich in den Brutkasten ein,
lass den Sport sein!
Gesund wirst du hier,
hier wirst du frei,
ein körperliches Gefühl
so süß.

Musst du Angst haben vor dem Tod,
ist die Not
der Menschen,
und dann kommt die Hinrichtung,
du nimmst sie fürbass
für das Königtum,
sie haben das Leben verprasst,
die Adeligen,
in ihrem Hass auf das Volk.

Zum Schluss wird alles auf die Goldwaage gelegt,
dein Tun, dein Denken, dein Fühlen,
es ist nichts Angenehmes,
zu sehn, wie du versagst,
die Spiritualität geht verloren,
was bleibt, ist ein großer Sarg
und das Morden
deiner Seele
mit Feuer im Feuerpfuhl.

Das sind die Worte der vielen Korane,
die du gelesen,
leserlich und deutlich
jede Seite zeigt eine andere Seite
des Lebens,
gelungene Dichtung ist es nicht,
aber die Sprache schön
von Gewicht.

Was ist wichtig?
Eine Dichtung, die besticht,
oder ein Text, er will dich leiten?
Du kannst doch nicht bestreiten,
was wichtig ist
im Leben!

© Johannes Lichteruh, 2020

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