Reue

Sie ruht jetzt in der Ostsee, meine Frau,
die arme Seele schreit zum Himmel,
es warten 10 Mädchen,
ich hab noch nie so viel Blut gesehen
in meinem Leben.

Das ist reine Sinnlichkeit,
geborgen aus der Ostsee,
wer trägt das Mädchen jetzt empor?

Der Selbstmord zählt schon vor,
die Toten schreien noch, sterben noch,
die Innereien vertraut.

Es sterben jetzt 10 Mädchen, du bist schuld,
für die Befreiung braucht es keine Anweisung,
nur ein Mann mit Schultern und Blut,
Zoff beiseite, zum Tragen.

Du kannst das verrückt im Auge behalten,
du brauchst ja nur deine eigene Post zu haben,
die Rückkehr erzwungen.

Ich gab das Unheil aus,
weil du ungehorsam bist,
meine Tochter.

„Nicht gläubig,
dich muss der Teufel geritten haben,
das Inferno,
die Tiefenpsychologie versteckt,
der Fake verwandelt mich.“

„Du hast nicht auf mich gehört,
nur auf deine Stimme,
raubt mir alle Ruhe, warum bist du so schlau,
ich nicht wie du?“

Ich tanze mit einer toten Puppe,
sie macht jede Bewegung, die ich will,
„wo soll ich dich nun küssen?
Es gibt keinen Platz, der frei ist, Blut nur.“

„Das Blut klebt an meinen Händen,
ich wollte dir alles geben, war klein im Gemüt,
mein Geblüt schäumte vor Geilheit.“

Das war der andere Mann, den sie nicht gekannt,
„schlag mich nicht, ich bin unschuldig,“
der Winter ist vergangen im Herbst schon.

© Johannes Lichteruh, 2020

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