Hinführen

Mit seiner Villa fertig,
der Mensch,
Glückwunsch dir!

Das macht mich sexy an,
eine solche Villa bräuchte ich,
ich bin ein Mann des Luxus.

Behindertendeutsch
das akademische Viertel überschritten,
leuchtet mir ein,
ich brauche den Luxus nicht.

Meine Dichtung ist wichtig
mir,
die Kunst, die ich schreibe
und bleibe bei mir.

In meiner Seelenart
auf Abstand
erobere ich das Land,
die Politik.

Länderübergreifend sehe ich mich
international,
und auf einmal
dreht sich das Geschick,
Fanal ins Unendliche
dieser Welt.

Die Welt wird schmal,
schmaler
ein Augenschlitz nur,
durch den ich blinzle,
sehe.

Aber egal,
ich nehme sie wahr,
die Welt,
und das ist wichtig,
der Horizont erweitert sich,
solange ich lebe.

Die Ruhmestatzen,
unsere Hände,
schaffen unrühmliches
Barwerk,
bares Werk wirklich.

Die Wirklichkeit,
die Realität
entschwindet uns.

Sie ist wichtig,
sie begleitet uns bis in den Tod,
und das ist unsere Not,
wie wichtig bin ich wirklich in dieser Welt?

Mehr nicht,
mehr interessiert uns nicht,
wir wollen es nicht glauben,
aber die Handlungen folgen uns nach
in den Tod,
und dort sind sie eine Last
und verführen uns
zurückzukehren.

Umzukehren
ins Leben,
vormals gefasst
den Grundsatz
diesen.

Wir sind verantwortlich für unsere Geburt
in dieser Welt,
nicht im Paradies,
wo wir hinwollten,
aber nicht konnten,
weil uns der Wille verließ.

Ethik,
es geht nicht darum,
um ein Schlachtfeld der Seelen
geht es.

Und da kippen alle um,
die Menschen
in ihrem Gewese
ums Menschliche,
allzu Menschliche.

Verlust der Seele,
das mag so liebevoll klingen
in einem Sedlmayr-Gedicht,
das keines ist,
aber Verlust der Mitte.

Das sind die wichtigen Ursachen
unserer Geburt,
in der Sache Gewalt anwenden,
funktioniert nicht,
überzeugt nicht
den göttlichen Kanon,
unser Gewissen,
es muss schon freiwillig stattfinden,
die Rückkehr ins Paradies.

Es offenbart die Schwäche des Menschen,
seine Anfälligkeit
für seelische Qualen
in der seelischen Art,
die gefällt,
in der er sich sudelt
bis Ultimo.

Durchhageln
gutes Geflüster,
das keiner hört,
die seelische Art.

Sieht mich nicht Corona
ein bisschen hinsehen?
Bin ich gesund,
das ist wichtig.

Denkt mal nicht,
das genügt,
meine lieben Zuhörer!
Die Seele ist wichtig,
aber nicht jedes Grab
ist schön.

Die Seelenmasse,
die nicht Gott genügt,
ist verloren,
er wiegt sie in seiner Hand,
zu leicht befunden,
weg damit!

Das Gebet ist wichtig,
es stimmt uns ein
aufs Paradies,
macht uns würdig
des Paradieses.

Unwürdig
des Menschen
hier auf Erden
mit ihren Beschwerden
und Auf und Ab
in der Ökonomie.

Ökonomisch,
Wohlstand
eben mal gesagt,
abgehakt
ist wichtig
der Menschheit.

Wir treten in eine Wohlstandsphase ein
für alle,
und bleiben nicht allein,
der Krieg ist mit uns
dabei.

Jeder gegen jeden,
um Wohlstandsverluste
zu minimieren.

Abgehakt
der grüne Pfeil,
der uns gefällt,
er läutet das Gefälle ein,
das immer bleibt
zwischen den Menschen.

Haben und nicht Haben
ist keine Seltenheit,
die gefällt.

Aber notwendig
zwischen den Menschen
ist, was die Welt zusammenhält,
Wohlstand.

Wir brauchen eine strengere Überwachung,
dass er hält,
dass er hält, was er verspricht,
Wohlstand.

Sonst nichts,
Leere der Gefühle
und kochende Siede,
Krieg.

© Johannes Lichteruh, 2021

Kommentare

4 comments on “Hinführen”
  1. Luxus Lazarz sagt:

    Was ist Wohlstand, geliebter Johannes?
    Frag ich hier mal einfach und sende dir
    die hellsten Abendgrüße * Luxus

    Gefällt 1 Person

    1. lichteruh sagt:

      Geld und Wohlstand sind nicht alles, geliebte Luxus. Tausend Dank, wie aufmerksam du meine Arbeiten liest!
      In dem Gedicht reflektiere ich Alternativen zum Krieg, zur Anwendung von Gewalt in der Politik. Dass der Mensch für seelische Reinheit und vor allem für die Pflege seines Glaubens keinen Wohlstand braucht, ist mir persönlich mehr als klar. Ich spreche es auch im vorderen Teil des Gedichts an: die Villa, auf dessen Erbauer die Kunstfigur meines Ich vielleicht neidisch war, braucht sie am Ende gar nicht. Der „spirituelle Kanal“ in Form der Dichtung nimmt sie lebendig in Anspruch und macht sie glücklich.
      Es ist momentan zu beobachten, dass der Westen, also wir, glauben, mit Wohlstand den Weltfrieden retten zu können. Es gibt einige Beispiele hierfür, dass das Wohlstandsversprechen Hardliner wie die Hamas (Gaza) verlocken sollte, ihre antiisraelischen Positionen aufzugeben (Jared-Kushner-Plan, USA), Antwort der Hamas: wir lassen uns nicht kaufen. Desgleichen Afghanistan, man hatte die Taliban mit Schürfrechten und entsprechenden Steuereinnahmen aus dem Bergbau am „Wohlstand“ für die Bevölkerung in den von ihnen kontrollierten Gebieten beteiligt, mit dem Ergebnis, das wir kennen …
      Der Westen ist sich mit seiner Wohlstandsstrategie weiterhin so sicher, dass er jede Gewaltanwendung militärisch ausschließen kann. Aus diesem Grund sehe ich eine lange Phase von Wohlstandspolitik um den Planeten ziehen.
      Es sind in dem Gedicht insgesamt neutrale Betrachtungen, manchmal hörbar mit leicht ironischem Unterton.
      Liebe Luxus, wünsche dir eine wunderschöne Zeit, wie immer zu deinem Nutzen, JL

      Gefällt 1 Person

      1. Luxus Lazarz sagt:

        Danke für die Antwort, geliebter Johannes. Das mit der Ironie ist mir doch tatsächlich bisher entgangen. Noch ein Dankeschön für den Hinweis darauf. 🙂 Möge dein Tag voller Wunder sein und dich immer wieder aus dem Nichts heraus – einfach nur lächeln lassen.
        Freudvolle Grüße
        Luxus

        Gefällt 1 Person

  2. lichteruh sagt:

    „Aus dem Nichts heraus …“, danke dir nochmals für dein Hinschauen, ja, es ist ein Nichts, und doch ein Etwas, auf das unser Reflexionsvermögen zwangsläufig stößt, wenn es seine Aufmerksamkeit unserer Geburt in diesem Nichts schenkt. Wäre es tatsächlich nur ein beständiges Nichts, gäbe es kein begriffliches Echo. Woher sollte unser Hirn die Worte nehmen?
    (Gebe ich zu, die Ironie mag nur in meinem Kopf stattfinden, da hast du recht; ich glaube, für die laute Rezitation würde ich bestimmte Stellen im Gedicht als ironisch kennzeichnen müssen. Von daher sehr interessant, was du sagst – es ist nicht der ganze Mensch mitteilbar, vor allem nicht seine Stimmungen, in denen er schreibt.)

    Läuten wir das Wochenende schon ein, geliebte Luxus? Ich habe nichts dagegen, viel Gutes dir, JL

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