Ingeborg

Zwei Nächte
in Brühl,
wär schön,
loses Mädchen gesehn.

Sie schwenkte ihren Rock,
zu kurz,
so dass ich ihre Pobacken sah,
die machten mich geil.

Ich erinnere mich schwer,
es war eine Kamera dabei,
sie filmte alles minutiös,
wie ein Mann, ein starker Araber,
sich des Mädchens annahm.

Erst kuschelte sie seinen Schwanz
mit ihren Händen,
dann nahm sie ihn in den Mund,
bis in den Schlund
steckte er ihn,
sie musste kotzen.

Das Mädchen leckte F*tzen auch sehr geschwind,
es war eine Nutte,
deshalb die Form sie
in diesem Gedicht,
das Pronomen.

Aber erst bei Licht wurde ich gewahr
am nächsten Morgen,
es war keine sie,
kein es.

Es war ein Transgendergeheimnis,
die Schultern viel zu breit,
die Stimme zu tief,
die Geister, die ich rief,
verflogen nie.

In Gedanken beschäftigten sie mich
bis auf den heutigen Tag,
weil ich weiß,
das Mädchen bin ich.

In meiner Schuld schuldbeladen,
wenn ich auf den Strich ging
durch Berlin
als Hure verkleidet.

In diesem Laden Berlin
und sündhaft
eine Hochburg der Sünde
pur.

Die Hände, die Füße tun mir weh,
alles verkrüppelt
von diesem Schnee
Heroin,
den ich gestern gegessen habe
mit meinen Händen,
bloßen Händen.

Eure Taten werden euch nachfolgen,
dachte ich nie, dass es mich betrifft,
bis auf den heutigen Tag,
wo ich besser nachdenke,
selbstreflektiere
mich
tierisch fein.

Eingebettet sein
in meine Existenz,
aus der ich nicht herauskomme
auf diesem Weg,
den ich gegangen bin.

© Johannes Lichteruh, 2021

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