Videostill

Wie ich weiland am Service-Trichter,
am helllichten Tag,
vorbeigesogen
im Alltag,
den Müllberg sehen wollte.

Entartete Welt,
schockgestellt
in der Prinzengalerie,
die genauso war,
das Adelsgeschlecht
verkam.

Alles so wohlständig,
so chic,
so wohlgeordnet
in der Wilhelminen-Brust
Berlin.

Nun kommt ein Pulverschatz, der sich gewaschen hat,
Krieg,
gute, gute Arbeitswut
teure.

Wollen wir nicht am Hungertuch nagen,
kommst du von der Seite rein
des Jüngsten Gerichts
und sprichst Wahrheit
in deinem Gedicht,
wo du gar nicht amüsiert bist.

Weil du frevelhaft bist,
dein Tun
muss jetzt ruhn,
sei artig,
tu nichts!

Totgef*ckt
und gevögelt,
meine lieben Leser, das bin ich nicht,
das seid ihr,
Promiskuität
vom Feinsten.

Ich lebe enthaltsam,
schreibe aber dieses Gedicht,
das ist etwas anderes,
dass ihr das endlich kapiert.

Beweisumkehr,
Last
wie Laster.

Jetzt wird mir das Wort Unzucht
erst bewusst,
hat lange gedauert
genug.

Und warum schreibst du das
in dein Heft?
Weil es mich stört.

Noch eine Weile,
dann schweige ich,
bin darüber hinweg,
was mich neckt, juckt mich dann
nicht mehr.

Ein Gottesgeschenk,
nicht wahr?
Das ist ein Block,
der dich tötet,
zermalmt,
der dich glücklich macht
vor Freude,
ein Riesenschock für dich.

Der ehrliche Kämpfer bist du nicht,
du willst verlieren,
gewinnen nicht,
mehr werden
innerlich.

Das ist ein Vorteil
für dich
aus deiner Sicht
der Dinge,
der toten.

Schlechte Nachbarn haben,
es gibt kein Vorbild
dafür.

Geht’s schon wieder los?
Du bist nicht zwangsläufig ein Rowdy,
wenn du das tust,
friedfertig sein
ist das Gebot der Stunde
und dreht seine Runde
in deinem Herzen,
ich weiß es.

Das Identitätsloch,
das du bist,
ständig die Selbstreflexion
deines Ich.

Das ist langweilig
aufgetischt,
wer soll die Speise essen?
Interessiert niemanden,
der Leser weigert sich,
und zum Erpressen eignet er sich nicht,
er ist fern
deinen Zeilen.

Das bin ich,
dein Gott,
Herrgott, Gott noch mal,
den du adressierst,
vergiss das nicht,
niemals!

Wer kein Gewissen hat,
hat auch keine Seele,
sage ich immer
zu mir selbst.

Gott gehört
die Seele,
die staubfreie,
das Gewissen sorgt dafür,
dass sie auch ankommt
bei ihm.

Stell mal die Heizung an,
dein Herz glüht
für Gott,
für ihn
noch mehr
als anno dazumal
als Zwerg.

Als Kleinkind,
das du warst
und gebarst
so viele Ideen,
um dich der Welt zu entwinden,
Kraft
und Ausdauer,
Zorn.

Schwinden sollte daraufhin
deine Kraft,
denn Macht in der Welt
hast du nur
mit Souveränität,
das Kindesalter
war schwach
dazu.

Und komm nun endlich zur Ruh,
tu nichts!
Stillstand.

In der Schwebe,
juristisch gesehen,
Bedingungen müssen noch erfüllt werden,
damit der Vertrag steht,
gültig wird
mit mir.

Spricht Gott zu mir,
der alte Vertragshändler
sollte vielleicht hilfreich sein
dir.

Dir zu denken geben
und deine Gedanken lenken
zu dir
selbst.

Die Reflexion
sich selbst
wertfrei heißt nicht
ohne Werte sein.

Ins Stammbuch geschrieben
dir,
die Lösung auf dem Papier
ist erst die halbe Miete.

Achtbar,
achtbare Leistung
aber
im Gehen,
im Stehen nicht.

Aufhören,
die Pflicht zu sehen in der Bewegung,
ist deine Pflicht und das Gesetz
voller Dynamik
im Licht
der Göttlichkeit.

Abgötterei nicht,
mir läuft die Zeit davon,
um es dir zu zeigen,
die Abgötterei von vielen
war dabei,
die Menschen sind kein Vorbild.

Ich schlag sie tot,
die Zeit,
und bin bereit
zu sterben,
dein Gott
mit dir.

Wenn du es verlangst,
der Vermählungsgedanke tut gut
mit dir.

© Johannes Lichteruh, 2022

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