Verkürzt

Vorher arbeitslos,
jetzt Rentner,
nichts zu tun,
aber die Grundsicherung ist wichtig,
das Bürgergeld.

Die Handlungen sind wichtig,
jetzt bleiben sie aus,
du baust dir kein Haus mehr,
du sitzt es aus.

Die Zeit,
dein Leben verschwindet
unter Langeweile.

Machst die Beine breit,
lehnst dich zurück
auf dem Sofa,
na, so was,
das gefällt dir?

I can work it,
but I need it at my home,
Paradies wird neu aufgebaut
zu Hause.

Wo es hingehört,
wo es auch hingehört,
nicht schon wieder ans Meer.

Dein Lieblingsausflug
hin und her
zwischen Wohnung
und dir.

Deinem Ich
kannst du Bilder sagen,
mir nicht.

Keine Ersatzschrauben,
wie Magnusberger
sie gemacht hat,
gedreht hat
immer zu seinen Gunsten,
dem Ich
weltlichen.

Magnusberger? Spießer,
der zwischen Revolution und Kaviar
letzteres wählte,
oder für vereinbar hielt,
wenn er im Keller saß
seiner Gefühle
vielen.

Ein Allzeithoch
im Allzeithoch,
dem Wohlstandsstaat!

Geht immer,
geht nimmer
Kaviar und Schampus
und ein Gewimmer um Literaturpreise,
die die Existenz sichern
müssen.

Wir wenden das als Diebstahl an,
geistigen
an uns.

Absichern
muss sich das Leben selbst,
nicht wahr,
habe ich recht?

Die Welt kam doch anders an
als im Ich,
Requiem
auf Adam
und Eva.

Nicht vergessen,
auf einen Menschen
zu zweit
bisexuell,
die Vermehrung fand nicht statt.

Bitte nicht vergessen,
wie rein das alles war,
die Welt
im Paradies.

Ich und Ich, ein Unterschied,
wer kann es erraten,
was gemeint ist?
Ich nicht.

Ich tu mich da schwer,
reite aber immer schön hinterher
dem Ich transzendental,
das gemeint ist,
dem transzendierten Ich.

Und auf einmal
sehe ich das Licht
am Horizont,
wie schön!

In Regenbogenfarben
das Geschlecht ist egal,
es gibt es dort nicht wirklich.

Camoufliert,
Magnusberger hätte es sagen können
in Kuba.

Auf Kuba,
er war fasziniert von der Möglichkeit,
sonst hätte er nicht diese Geschichten geschrieben,
Gefühle.

Das Kritische
war aufgesetzt,
das war nicht er.

Die Kritik,
das war nicht sein Ding,
gar nicht sein Ding.

Er war schwer von Gefühlen
warmen,
wie ein Rentner.

Das war sein Ding,
zerfließen
mit der Welt,
lieben
sie.

Heller Wahnsinn,
die Welt verraten,
die Welt ist schön,
aber nicht so
gesellschaftlich.

Die Berge,
die Meere,
die Wälder,
die Felder.

Die Wiesen
immer grün,
auch wenn es schneit,
das ist ein Kleid,
ein weißes,
das sich darüber legt
nur.

Die Gefühle verbraten
in ihr,
verbrannt
in der Welt.

Die Phänomene verraten
dir nicht den Geist,
der dahintersteht,
dachten sie aber,
die Existenzialisten.

Brauchst du gar nicht beleidigt zu sein,
die Welt ist so,
dreht sich selber ein
in sich.

Dein Gesicht bleibt glatt,
jung,
die Hälfte der Happiness
ist es nicht,
nicht einmal die Hälfte,
du bist traurig.

Abstand halten
ist wichtig
zur Welt.

Die Dinge zu nah herankommen lassen
hält nicht stand
die Seele.

Hast du dich so beliebt gemacht
bei der Welt
mit der Welt.

Die Umwelt kriegen,
rein äußerlich,
ist nicht dein Gewinn
wirklich,
ich kann nicht mehr,
muss ich sagen,
der Weg war lang
zu ihr,
zu lang für mich,
für meine Seele.

Neue Welten gehen mir auf
in der Sicht,
der klaren,
auf sie,
darauf.

Magnusberger, deutscher Schriftsteller

© Johannes Lichteruh, 2022

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